Der erste Griff bei einem Fettfleck ist der Wasserhahn. Genau der ist falsch. Fett löst sich nicht in Wasser, du drückst den Fleck damit nur breiter und tiefer in die Faser.
Kurze Antwort
Erst trocken aufsaugen mit etwas Pulvrigem, danach erst Spülmittel und warmes Wasser. Nie andersherum.
Der Fleck war schon in der Wäsche und ist wiedergekommen? Dann war er nie weg. Wie das zusammenhängt, steht in der Mitte dieser Seite.
Warum Wasser es schlimmer macht
Eine Eigenschaft von Fett erklärt alle Schritte hier unten.
Fett und Wasser mischen sich nicht. Aus der Pfanne weiß das jeder, auf Stoff denkt niemand daran. Hältst du einen Fettfleck unter den Hahn, löst sich nichts. Das Wasser schiebt das Fett nur weiter in die Faser und macht den Rand breiter.
Was wirkt, ist in zwei Schritten zu denken. Zuerst holst du heraus, was noch lose aufliegt, und das machst du trocken. Danach nimmst du dir vor, was eingezogen ist, mit etwas, das Fett tatsächlich packt.
Diese Reihenfolge ist der ganze Unterschied. Lässt du Schritt eins weg, startest du Schritt zwei mit viel mehr Fett als nötig.
Wie entferne ich einen Fettfleck? In vier Schritten
Der erste Schritt kostet eine halbe Stunde Warten und spart die meiste Mühe.
- Tupf das überschüssige Fett mit Küchenpapier ab. Tupfen, nicht reiben. Reiben drückt es weiter hinein.
- Streu etwas Pulvriges darauf und lass es mindestens eine halbe Stunde liegen. Speisestärke, Kartoffelmehl, Babypuder oder einfach Salz. Das Pulver zieht das Fett aus der Faser nach oben. Bei einem alten Fleck ein paar Stunden oder über Nacht.
- Bürste das Pulver ab und gib Spülmittel darauf. Unverdünnt, ein paar Tropfen, sanft mit dem Finger einarbeiten. Spülmittel ist dafür gemacht, Fett in Wasser löslich zu machen, und genau das brauchst du hier.
- Spül mit warmem Wasser und wasch so warm, wie das Etikett erlaubt. Hier darf Wärme sein: warmes Fett ist weicher und löst sich leichter. Genau umgekehrt als bei Blut.
Prüf, ob der Fleck weg ist, bevor das Stück in den Trockner kommt. Warum das so wichtig ist, steht gleich.
Der Fleck ist nach dem Waschen wieder da
Die häufigste Frage zu Fettflecken, und die Antwort überrascht die meisten.
Er ist nicht wiedergekommen. Er war nie weg.
Solange der Stoff nass ist, sitzt Wasser in der Faser. Dieses Wasser bricht das Licht genauso wie das zurückgebliebene Fett, und deshalb siehst du den Unterschied nicht. Trocknet der Stoff, verschwindet das Wasser und das Fett bleibt sichtbar zurück. Der Fleck war die ganze Zeit da, du hast ihn nur kurz nicht gesehen.
Was das praktisch bedeutet: beurteile einen Fettfleck nie am nassen Stück. Lass es an der Leine trocknen und schau bei Tageslicht. Siehst du ihn noch, machst du die vier Schritte einfach nochmal.
Und halt ihn aus dem Trockner, bis er wirklich weg ist. Die Hitze brennt den Rest Fett in der Faser fest, und dann wird es deutlich schwerer. Das ist der häufigste Weg, auf dem aus einem lösbaren Fleck ein bleibender wird.
Der alte, eingetrocknete Fettfleck
Sitzt er schon Wochen? Dann bleibt die Methode gleich, nur länger.
Ein alter Fettfleck hat sich chemisch nicht verändert wie eingebranntes Fett im Backofen. Es ist immer noch Fett, es sitzt nur tiefer, und Staub und Schmutz haben sich daran geheftet. Deshalb wirkt er dunkler als am Anfang.
Die Reihenfolge bleibt, nur mit mehr Geduld. Lass das Pulver über Nacht liegen statt eine halbe Stunde. Gib danach Spülmittel darauf und lass es eine Stunde einziehen, bevor du spülst. Rechne mit zwei bis drei Durchgängen.
Reicht das nicht, ist eine Portion Waschsoda in warmem Wasser der nächste Schritt. Waschsoda baut Fett zu etwas ab, das sich in Wasser löst. Handschuhe an, und bei Farbigem erst an einer Naht testen.
Fettflecken auf Polster und Sofa
Ein eigener Fall, weil du hier nicht ausspülen kannst.
Auf Polsterstoff fällt der ganze vierte Schritt weg: du bekommst das Teil nicht unter Wasser. Damit wird Schritt zwei umso wichtiger.
Streu großzügig Speisestärke oder Babypuder auf den Fleck und lass es mehrere Stunden liegen, bei einem alten Fleck über Nacht. Absaugen, und wenn nötig ein zweites Mal.
Bleibt etwas zurück, arbeite mit sehr wenig Flüssigkeit: ein Tropfen Spülmittel in lauwarmem Wasser, ein Tuch nur nebelfeucht, von außen nach innen tupfen, danach trockentupfen. Nie viel Wasser, sonst bekommst du Ränder und der Schaum zieht ein.
Hier ist Dampf tatsächlich im Vorteil, denn er weicht auf, ohne den Stoff zu durchnässen. Nur macht Dampf aus Fett kein Wasser: er hilft beim Lösen, das Aufsaugen bleibt Arbeit für Pulver und Tuch.
Welches Hausmittel löst am besten Fett?
Die Frage wird oft gestellt und selten verglichen. Hier ein Vergleich.
Spülmittel
Unterschätzt und meist das Beste im Feld. Es ist buchstäblich dafür gemacht, Fett in Wasser löslich zu machen, kostet fast nichts und steht bei dir am Spülbecken. Unverdünnt auf den Fleck, sanft einarbeiten, stehen lassen.
Speisestärke, Babypuder und Salz
Alle drei tun dasselbe: sie saugen Fett auf. Das ist kein Aberglaube, sondern genau das, was Schritt zwei braucht. Speisestärke und Babypuder sind feiner und wirken deshalb etwas besser als grobes Salz, aber Salz hat jeder da.
Gallseife
Zuverlässig und schonend zum Stoff. Etwas teurer als Spülmittel und auf Fett nicht klar besser, aber angenehmer auf feinen Stoffen wie Wolle und Seide.
Kreide
Funktioniert nach demselben Prinzip wie Speisestärke und ist unterwegs praktisch: ein Stück weiße Schulkreide über einen frischen Fleck auf dem Hemd nimmt einen Teil auf, bis du zu Hause bist. Als Notlösung, nicht als Lösung.
Bügeleisen mit Küchenpapier
Der Tipp kursiert: Küchenpapier auf den Fleck, warmes Bügeleisen darüber, das Fett zieht ins Papier. Es funktioniert wirklich, aber mit Risiko. Wird das Eisen zu heiß oder sitzt noch viel Fett darin, brennst du es erst recht ein. Nur auf niedrigster Stufe und nur, wenn der Fleck schon größtenteils weg ist.
Essig
Essig geht an Kalk, nicht an Fett. Bei einem Fettfleck bringt er nichts. Und misch ihn nicht mit Natron, dann fressen sich die beiden gegenseitig auf.
Nach Stoff, denn nicht alles verträgt dasselbe
Drei Ausnahmen, die Schaden verhindern.
Wolle und Seide: kein Waschsoda und kein heißes Wasser. Nimm Gallseife oder ein Feinwaschmittel und arbeite lauwarm. Diese Fasern verfilzen oder verlieren den Glanz.
Wildleder und Leder: kein Wasser. Nur trocken aufsaugen mit Speisestärke oder Babypuder, über Nacht liegen lassen, ausbürsten. Bleibt eine Stelle, ist das Arbeit für einen Fachbetrieb.
Farbiges: teste Waschsoda und Spülmittel erst an einer Naht oder im Saum. Bei dunklen Farben kann unverdünntes Spülmittel eine helle Stelle geben.
Warum das Hausmittel auf halbem Weg stehen bleibt, und die Flasche auch
Bei Fett liegt das anders als bei den meisten Flecken, und das gehört gesagt.
Bei einem frischen Fettfleck sind Pulver und Spülmittel nicht die billige Lösung, sondern schlicht die beste. Ein teurer Fleckenentferner macht dieselbe Arbeit mit denselben Stoffen darin.
Die Grenze ist Fett, das durch Hitze eingebrannt ist. Ein Fettfleck, der durch den Trockner ging oder monatelang auf einer Pfanne saß, hat sich verändert: er ist zu einer harten Schicht geworden, und dann kommt kein Fettlöser mehr richtig durch. Das ist dieselbe Schicht, die du im Backofen findest.
Dort hilft Wärme dann doch, in Form von Dampf, weil sie aufweicht, was festsitzt. Auf Stoff nutzt du das bei Polstern und Teppich, wo du nicht ausspülen kannst. Auf einem Kleidungsstück brauchst du es nicht, das darf einfach in die Wäsche.
Und danach nimmst du trotzdem ein Tuch zum Tupfen. Unsere findest du unter Wäsche und Textilpflege.
Häufige Fragen
Wie entferne ich einen Fettfleck aus Kleidung?
Erst mit Küchenpapier abtupfen, dann etwas Pulvriges darauf wie Speisestärke oder Salz und das mindestens eine halbe Stunde liegen lassen. Abbürsten, unverdünntes Spülmittel auftragen und so warm waschen, wie das Etikett erlaubt. Niemals zuerst unter den Wasserhahn.
Wie bekomme ich einen alten Fettfleck raus?
Dieselbe Methode, nur länger. Pulver über Nacht statt eine halbe Stunde, Spülmittel eine Stunde einziehen lassen. Zwei bis drei Durchgänge sind normal. Reicht das nicht, kommt eine Portion Waschsoda in warmem Wasser dazu.
Warum ist der Fettfleck nach dem Waschen wieder da?
Er ist nicht wiedergekommen, er war nie weg. Solange der Stoff nass ist, füllt Wasser die Faser und du siehst das zurückgebliebene Fett nicht. Beim Trocknen verschwindet das Wasser und das Fett wird wieder sichtbar. Beurteile einen Fettfleck also immer am trockenen Stoff bei Tageslicht.
Welches Hausmittel löst am besten Fett?
Spülmittel, und es ist auch das billigste. Es ist buchstäblich dafür gemacht, Fett in Wasser löslich zu machen. Was davor kommt, ist genauso wichtig: erst trocken aufsaugen mit Speisestärke, Babypuder oder Salz.
Welche Hausmittel helfen gegen bereits eingetrocknete Flecken?
Dieselben, mit mehr Einwirkzeit. Pulver über Nacht, Spülmittel eine Stunde. Bei Textil, das es verträgt, danach Waschsoda in warmem Wasser. Mehr Kraft bringt hier nichts, mehr Zeit schon.
Wie bekommt man Speiseölflecken aus der Kleidung?
Genau wie Fett, denn Öl ist Fett. Speiseöl, Motoröl und Fritteusenfett folgen alle derselben Reihenfolge: tupfen, Pulver, Spülmittel, warm waschen. Motoröl braucht meist einen Durchgang mehr.
Warum darf ein Fettfleck nicht in den Trockner?
Die Hitze brennt den Rest Fett in der Faser fest, und dann entsteht eine harte Schicht, durch die kein Fettlöser mehr kommt. Das ist der häufigste Weg, auf dem ein lösbarer Fleck bleibend wird.
Wie entferne ich einen Fettfleck vom Sofa?
Ohne Ausspülen, also mit Pulver: großzügig Speisestärke oder Babypuder darauf, mehrere Stunden liegen lassen, absaugen. Bleibt etwas, dann ein Tropfen Spülmittel in lauwarmem Wasser mit einem nur nebelfeuchten Tuch, von außen nach innen tupfen.
Funktioniert der Trick mit Bügeleisen und Küchenpapier?
Er funktioniert, aber mit Risiko. Zu heiß oder zu viel Fett, und du brennst es erst recht ein. Nur auf niedrigster Stufe und nur, wenn der Fleck schon größtenteils weg ist.
Hilft Essig gegen Fettflecken?
Kaum. Essig geht an Kalk, nicht an Fett. Und misch ihn nicht mit Natron, dann fressen sich beide gegenseitig auf.
Anderswo im Haus
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