Kurze Antwort: Der Geruch kommt fast nie aus der Trommel. Er kommt aus dem Türgummi, dem Waschmittelfach und dem Flusensieb, und dort sitzt Waschmittel, das nie herausgespült wurde.
Kurze Antwort
Türgummi auswischen, Waschmittelfach raus, Flusensieb leeren, danach leer waschen bei 60 Grad mit Pulverwaschmittel.
Wenn die Waschmaschine stinkt, sitzt der Geruch in dem Belag, der sich an diesen drei Stellen sammelt. Den holst du zuerst von Hand heraus, denn ein Programm allein kommt dort nicht hin. Rund 15 Minuten Handarbeit, den Rest macht die Maschine.
Warum stinkt die Waschmaschine?
Zwei Gewohnheiten, die beide vernünftig klingen, sorgen zusammen für den Geruch.
Wir waschen heute fast alles bei 30 oder 40 Grad, und meist mit Flüssigwaschmittel. Das ist gut für die Stromrechnung und schonend für die Kleidung. Nur bleiben dabei zwei Dinge aus: die Wärme, die Fett löst, und das Bleichmittel, das in Flüssigwaschmitteln in der Regel nicht enthalten ist.
Dazu kommt, dass fast jeder zu viel Waschmittel nimmt. Die Dosierkappe fasst mehr, als du brauchst, und mehr Waschmittel wirkt gründlicher. Das Gegenteil ist der Fall: Was nicht ausgespült wird, bleibt zurück.
Beides zusammen ergibt eine dünne, klebrige Schicht aus Waschmittelresten, Fett, Fasern und Mikroorganismen. Sie setzt sich im Türgummi, im Waschmittelfach und im Flusensieb fest und hält die Feuchtigkeit dort fest. Genau darin entsteht der Geruch. Die Schicht stammt also aus beidem: aus deiner Wäsche und aus dem Waschmittel.
Deshalb reicht ein Programm allein nicht. Wasser spült an diesen Stellen vorbei, nicht hindurch.
Waschmaschine reinigen: die 5 Schritte
Die ersten drei machst du von Hand, das sind rund 15 Minuten. Die letzten zwei macht die Maschine.
- Zieh die Gummidichtung nach vorn und wisch sie aus. Klapp die Falte zu dir hin, dann siehst du die Unterseite. Dort sitzt der dunkle Belag. Wisch rundherum mit einem feuchten Tuch, auch ganz unten, wo das Wasser stehen bleibt. Bei den meisten Herstellern heißt dieses Teil Türgummi oder Manschette, gemeint ist dasselbe.
- Nimm das Waschmittelfach heraus und spül es ab. Bei den meisten Maschinen sitzt hinten ein kleiner Knopf, den du drückst, dann lässt es sich herausziehen. Leg es zehn Minuten in heißes, nicht kochendes Wasser, dann löst sich der Belag von selbst. Wisch auch den Schacht aus, in dem das Fach sitzt.
- Leere das Flusensieb. Schalte die Maschine aus und zieh den Netzstecker. Lief kurz zuvor ein Programm bei 60 Grad oder mehr, warte mindestens 30 Minuten, denn das Restwasser kann noch heiß sein. Stell eine flache Schale und ein Handtuch unter die Klappe, dreh das Sieb nur langsam ein Stück auf und lass das Wasser kontrolliert ablaufen. Es können mehrere Liter sein.
- Lass die Maschine ohne Wäsche laufen, bei mindestens 60 Grad und mit Pulvervollwaschmittel. Das Bleichmittel darin ist der eigentliche Wirkstoff, Hitze allein reicht nicht. Hat deine Maschine ein Programm Trommel reinigen oder Maschine reinigen, nimm das und halte dich an die Bedienungsanleitung: Bosch fährt dieses Programm bei 80 bis 90 Grad, Miele empfiehlt mindestens 75 Grad.
- Lass die Tür einen Spalt offen. Das ist der Schritt, der dafür sorgt, dass der Geruch nicht zurückkommt, und er kostet dich nichts.
Waschmaschine reinigen mit Hausmitteln: was wirkt und was nicht
Vier Hausmittel stehen in jedem Ratgeber. Nur eines davon zielt auf das, was hier wirklich sitzt.
Natron oder Waschsoda?
Das wird ständig verwechselt, dabei sind es zwei verschiedene Stoffe. Natron ist Natriumhydrogencarbonat und mild: das fasst du ohne Handschuhe an. Waschsoda ist Natriumcarbonat und deutlich schärfer, wodurch sich Fett schneller löst. Von den beiden ist Waschsoda gegen den Belag also das stärkere.
Bosch und Siemens raten allerdings von Hausmitteln in der Trommel ab und empfehlen stattdessen ein bleichehaltiges Pulvervollwaschmittel. Wenn du Waschsoda nimmst: ein Esslöffel, dazu die Maschine leer bei 60 Grad laufen lassen. Trag dabei Handschuhe, denn Waschsoda ist als augenreizend eingestuft.
Waschmaschine reinigen mit Essig
Essig ist eine Säure und löst Kalk. Gegen Waschmittelreste und Fett bringt er wenig, und genau die verursachen den Geruch.
Dazu kommt: Bosch und Siemens raten in ihren Service-Hinweisen ausdrücklich von Essig in der Waschmaschine ab, weil Essigsäure die Gummiteile angreifen kann. Bauknecht lässt Essigessenz nur stark verdünnt zu, Miele und Beko äußern sich dazu nicht. Auch die Verbraucherzentrale rät ab. Belastbare Studien dazu gibt es nach Angaben der Stiftung Warentest nicht. Gegen Kalk im Wasserkocher ist Essig gut geeignet. In der Waschmaschine bleibt er besser die Ausnahme.
Zitronensäure
Wirkt wie Essig gegen Kalk und riecht angenehmer. Ob sie schonender zum Gummi ist, sehen die Hersteller unterschiedlich: Miele empfiehlt für den Fall der Fälle ausdrücklich einen Entkalker auf Basis natürlicher Zitronensäure, Bosch und Siemens raten auch davon ab. Chemisch gilt: Zitronensäure löst Kalk, kann mit Calcium aber Calciumcitrat bilden, das mit steigender Temperatur schlechter löslich wird. Wenn überhaupt, dann niedrig dosiert und nicht im Kochwaschgang.
Spülmaschinentabs
Der Klassiker aus dem Netz. Sie enthalten Sauerstoffbleiche und Enzyme und wirken tatsächlich. Für diesen Zweck sind sie aber überfrachtet: Silber- und Glasschutz, Phosphonate und Zinksalze haben in der Waschmaschine keinen Nutzen und landen im Abwasser. Bosch und Siemens raten ausdrücklich davon ab, Spülmaschinentabs in die Trommel oder das Waschmittelfach zu geben. Ein bleichehaltiges Pulvervollwaschmittel erreicht dasselbe und ist dafür gemacht.
Und misch die Mittel nicht, auch nicht nacheinander. Die beiden fressen sich gegenseitig auf, übrig bleibt vor allem Wasser mit etwas Salz, und die Wirkung, die du eigentlich haben wolltest, ist weg. Richtig gefährlich wird es bei Chlorreinigern: Treffen sie auf Essig, Zitronensäure oder ein anderes saures Mittel, kann Chlorgas entstehen, das Augen und Atemwege reizt. Dafür reicht schon, dass beide Mittel kurz nacheinander in dieselbe Maschine kommen. Nimm also immer nur ein Mittel und spül die Maschine dazwischen leer durch.
Warum Hausmittel auf halbem Weg aufhören, und die Flasche auch
Ein Hausmittel bringt dich ein Stück weit. Die Flasche danach hat dasselbe Problem.
Bei leichtem Belag holst du mit einem Hausmittel wirklich etwas heraus. Sitzt es länger drin, bleibt ein Rest, der nicht mitgeht, egal wie lange du wartest.
Der Reflex ist dann, zu etwas Stärkerem zu greifen. Das wirkt auch, läuft aber gegen dasselbe Problem: Eine Flüssigkeit bleibt an der Oberfläche. An einer schrägen Wand läuft sie ab, in einer Fuge versickert sie, in einer Faser kommt sie nicht weit genug. Deshalb musst du wiederholen, und deshalb steht nach einem Jahr eine Reihe Flaschen unter deiner Spüle.
Wärme wirkt andersherum. Dampf zieht in das Material hinein, statt darüber hinwegzulaufen. Er macht weich, was eingebrannt ist, und lässt nichts zurück, das du danach wieder ausspülen musst. Nur Leitungswasser, heiß genug gemacht.
Und danach nimmst du trotzdem ein Tuch. Das ist der einzige Schritt, der in jedem Weg vorkommt.
Waschmaschine entkalken: nur bei hartem Wasser nötig
Das hängt davon ab, wo du wohnst, und das kannst du nachschlagen.
Dein Wasserversorger muss dir den Härtebereich deines Versorgungsgebiets mindestens einmal im Jahr mitteilen: weich, mittel oder hart. Meist findest du ihn über deine Postleitzahl auf der Website deines Versorgers.
Steht dort hart, lagert sich tatsächlich Kalk am Heizstab ab, und dann lohnt es sich, zwei- bis dreimal im Jahr zu entkalken. Was gegen Kalk hilft und was nicht, steht ausführlich in Kalk entfernen in Dusche und Bad.
Steht dort weich oder mittel, ist Kalk bei dir mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Ursache. Dann kommt der Geruch vom Waschmittel, und Entkalken ändert daran nichts. Das ist der häufigste Irrtum bei diesem Thema: Es wird entkalkt, obwohl gar kein Kalk da ist.
Ein guter Hinweis: Achte darauf, ob deine Wäsche hart und rau wird oder ob sich am Türglas ein weißer Rand bildet. Beides deutet auf hartes Wasser hin.
Das Flusensieb, die Stelle, die am häufigsten vergessen wird
Hinter die Klappe unten rechts schaut kaum jemand freiwillig.
Im Flusensieb sammelt sich alles, was durch die Trommel gespült wurde und nicht abfließen konnte: Haare, Fasern, eine Münze, Papierschnipsel. Das liegt dort in einer Pfütze. Warm, feucht und dunkel.
Wenn deine Maschine riecht und du Türgummi und Fach schon gemacht hast, dann sitzt der Geruch dort. Rechne damit, dass es beim ersten Mal nicht angenehm ist.
Mach das alle drei Monate. Es dauert fünf Minuten und erspart dir in vielen Fällen den Anruf beim Kundendienst.
So bleibt die Waschmaschine sauber, fast ohne Aufwand
Es geht um drei Gewohnheiten, und die erste ist die wichtigste.
Lass Tür und Waschmittelfach einen Spalt offen. Eine geschlossene Trommel bleibt stundenlang klamm. Ein Spalt reicht, damit sie austrocknet. Diese eine Gewohnheit nimmt dem Problem die Grundlage. Leben kleine Kinder oder Haustiere im Haushalt, halte den Raum verschlossen und aktiviere die Kindersicherung, denn Kinder und Tiere können in eine offene Trommel klettern.
Wisch das Türgummi nach der letzten Wäsche des Tages trocken. Zehn Sekunden mit einem trockenen Tuch. Was nicht stehen bleibt, kann auch nicht riechen. Passende Trockentücher für die Wäsche findest du hier.
Wasch einmal im Monat warm. Eine normale Wäsche bei 60 Grad reicht dafür schon, ein Leerwaschgang ist nicht nötig. Handtücher und Bettwäsche erledigen das von selbst.
Weniger Waschmittel ist die eigentliche Lösung
Was nicht hineingeht, kann auch nicht zurückbleiben.
Die Schritte oben holen heraus, was schon da ist. Aber der Belag entsteht dadurch, dass mehr Waschmittel hineingeht, als wieder herauskommt. Die Dosierung ist also kein Detail, sie ist die Ursache.
Das Unpraktische an Flüssigwaschmittel ist, dass es sich schlecht dosieren lässt. Die Dosierkappe fasst mehr, als du brauchst, und was zu viel hineingeht, siehst du nicht wieder. Ein Waschstreifen ist pro Wäsche vordosiert. Du musst also nicht abschätzen, wie viel du nimmst, und genau da erwischen die meisten zu viel.
Wie das genau funktioniert, steht in Waschstreifen: was ist das und waschen sie gut?
Was du in der Waschmaschine besser lässt
Zwei dieser Tipps findest du überall.
Chlorreiniger in der Trommel. Der überdeckt den Geruch, statt die Ursache zu entfernen, und kann Rückstände hinterlassen, die in die nächste Wäsche geraten. Kein Hersteller sieht Chlorreiniger als Pflegemittel für die Waschmaschine vor. Und er darf nie mit einem sauren Mittel zusammenkommen.
Jeden Monat Essig. Bosch und Siemens raten davon ab, Bauknecht lässt Essigessenz nur stark verdünnt zu. Als Dauerlösung ist das nicht das, was die Hersteller unter Pflege verstehen.
Das Flusensieb überspringen, weil es eklig ist. Genau deshalb musst du es machen.
Weichspüler als Lösung. Der überdeckt den Geruch und hinterlässt selbst eine weitere Schicht genau dort, wo das Problem sitzt.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich meine Waschmaschine reinigen?
Das Türgummi wöchentlich kurz trockenwischen, das Waschmittelfach einmal im Monat, das Flusensieb alle drei Monate. Leer waschen bei 60 Grad musst du nur, wenn du länger nicht warm gewaschen hast.
Sind die schwarzen Punkte im Türgummi Schimmel?
Meistens ja. In der Falte steht Feuchtigkeit zwischen Waschmittelresten und Fasern, und darauf wächst Schimmel. Wisch die Falte gründlich aus, dann verschwinden die Punkte. Sitzen sie tief im Gummi und lassen sich nicht mehr abwischen, ist das Gummi selbst angegriffen.
Welches Programm nehme ich zum Reinigen?
Hat deine Maschine ein Programm, das Trommelreinigung oder Maschine reinigen heißt, dann nimm das. Hat sie keins, nimm ein normales Programm bei mindestens 60 Grad, ohne Wäsche, aber mit einem Pulvervollwaschmittel. Ohne Waschmittel fehlt das Bleichmittel, und dann passiert wenig.
Ich habe einen Toplader, gilt das auch für mich?
Zum Teil. Ein Toplader hat keine Gummidichtung an der Tür, Schritt 1 fällt bei dir also weg. Waschmittelfach und Flusensieb gibt es aber auch hier. Das Sieb sitzt meist hinter einer Klappe unten an der Vorderseite, bei manchen Modellen an der Seite. Der Rest bleibt gleich.
Was ist der Unterschied zwischen Natron und Waschsoda?
Zwei verschiedene Stoffe. Natron ist Natriumhydrogencarbonat und mild. Waschsoda ist Natriumcarbonat und deutlich schärfer, wodurch sich Fett schneller löst. Gegen den Belag ist Waschsoda das stärkere, aber Bosch und Siemens raten von Hausmitteln in der Trommel generell ab.
Hilft Essig gegen den Geruch in der Waschmaschine?
Meist nicht. Essig ist eine Säure und wirkt gegen Kalk. Der Geruch kommt fast immer von Waschmittel und Fett, und dagegen richtet eine Säure wenig aus. Dazu raten Bosch und Siemens von wiederholter Anwendung ab, wegen der Gummiteile.
Warum schäumt es, wenn ich Natron und Essig mische?
Weil die beiden sich gegenseitig auffressen. Übrig bleiben Wasser, etwas Salz und Kohlendioxid, wobei das Salz mengenmäßig das Hauptprodukt ist. Es reinigt praktisch nichts. Nimm also entweder Essig oder Natron, nicht beides.
Muss ich meine Waschmaschine entkalken?
Nur bei hartem Wasser. Den Härtebereich für dein Versorgungsgebiet teilt dir dein Wasserversorger mit, meist über deine Postleitzahl auf seiner Website. Steht dort weich oder mittel, ist Kalk bei dir mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Ursache.
Kann man eine Waschmaschine mit Spültabs reinigen?
Der Tipp geht herum und stimmt zur Hälfte: In einem Spültab steckt ebenfalls Bleichmittel. Nur ist er für ein anderes Gerät gemacht, mit anderer Dosierung und deutlich mehr Entkalker. Eine Dosis Waschpulver leistet dasselbe, im dafür vorgesehenen Gerät, und kostet weniger.
Ist ein Waschmaschinenreiniger sinnvoll?
Meistens nicht nötig. Die Reiniger im Regal arbeiten größtenteils mit demselben Prinzip wie ein bleichmittelhaltiges Waschpulver, zu einem deutlich höheren Preis pro Anwendung. Hat deine Maschine ein eigenes Pflegeprogramm, halte dich an die Bedienungsanleitung deines Modells.
Wo sitzt das Flusensieb?
Bei den meisten Frontladern hinter einer kleinen Klappe unten rechts an der Vorderseite. Bei einigen Modellen sitzt die Klappe unten links, bei anderen liegt der Filter hinter der Sockelblende. Schau im Zweifel in die Bedienungsanleitung deines Modells.
Es riecht immer noch, obwohl ich alles gemacht habe
Dann kommt der Geruch wahrscheinlich nicht aus der Maschine, sondern aus dem Abfluss. Riech einmal am Siphon, in den der Ablaufschlauch geht. Riecht es dort genauso, ist das Abwasserrohr die Quelle und die Maschine kann nichts dafür.
Kommt der Geruch von der Maschine oder von der Wäsche?
Riecht saubere Wäsche schon muffig, sobald du sie aus der Trommel nimmst, dann liegt es an der Maschine. Fängt sie erst an zu riechen, nachdem sie nass im Korb lag, dann ist es die Wäsche selbst.
Mehr im Haushalt
Nach Aufgabe sortiert findest du alles unter Putzen und Reinigen.